Wenn in einer Besprechung jemand bei „Ähm …“ ins Stocken gerät, spricht der Wort-Influencer oft schon den nächsten Satz. Er wartet nicht, bis sich seine Gedanken geordnet haben, sondern ordnet sie beim Sprechen. Hält die Stille an, kommt sein Denken zum Stillstand; sobald er den Mund öffnet, springt der Motor an. Für ihn ist das Sprechen selbst der Antrieb des Denkens.
Die Verarbeitung in seinem Kopf ist vor allem eines: schnell. Während er zuhört, formt er bereits den nächsten Satz, hält mehrere Themen gleichzeitig in Bewegung und passt seine Worte an die Reaktion des Gegenübers an. Statt lange an einer Sache festzuhalten, bringt er das Ganze lieber voran, indem er vieles parallel bearbeitet. Informationen erfassen, Kernaussagen bilden und sie sofort weitergeben – diese ganze Abfolge läuft nahezu unbewusst ab.
Schwieriger wird es, wenn Tiefe und Gewicht gefragt sind. Gründlich nachdenken, über längere Zeit bei derselben Frage bleiben oder schweigen, bis sich eine Schlussfolgerung gefestigt hat – all das fällt ihm schwer. Weil er beim Sprechen denkt, kommen Worte leicht heraus, bevor der Gedanke ausgereift ist; später muss er dann häufiger sagen: „Was ich vorhin gesagt habe, stimmte so nicht.“ Durch sein hohes Tempo kann er selbst dann oberflächlich wirken, wenn seine Aussagen Substanz haben.
Die beste Strategie besteht nicht darin, seine Schnelligkeit zu drosseln. Zuerst bringt er mit Schwung alles hervor; anschließend kürzt und korrigiert er. Das Erzeugen selbst ist die größte Stärke dieses Typs. Statt es zu bremsen, sollte er den Prozess daher so gestalten, dass auf die erste Fassung ein Bearbeitungsschritt folgt.
Stärken
Sie müssen einen Gedanken nicht erst im Kopf abschließen, bevor Sie sprechen. Beim Aussprechen ordnet er sich, sodass Sie schnell in Gang kommen und im Fluss bleiben.
Statt einen Punkt tief auszuarbeiten, bewegen Sie mehrere Themen ganz natürlich parallel und verarbeiten dabei zugleich den Gesprächsverlauf und die Inhalte.
Bleibt eine Reaktion aus, formulieren Sie neu; stockt das Verständnis, erklären Sie einfacher. Sie können die Art der Vermittlung in Echtzeit anpassen.
Schwächen
Durch Ihr hohes Tempo sprechen Sie häufig aus, was noch nicht ausgereift ist. Entsprechend müssen Sie später öfter sagen: „So meinte ich das vorhin nicht.“
Weil es natürlicher ist, vieles gleichzeitig zu bewegen, möchten Sie bei einer einzigen Frage bald weitergehen. In solchen Situationen fällt es Ihnen schwer, lange genug bei einem Thema zu bleiben, um in die Tiefe zu gehen.
Auch bei gehaltvollen Aussagen können Ihr hohes Tempo und die Menge an Worten als „leicht“ oder „nicht gründlich durchdacht“ wahrgenommen werden.
