Der Vorstellungsarchitekt trägt eine räumliche Welt im Kopf. Während er einem Gespräch zuhört, verwandelt er das Gesagte in räumliche Anordnungen und Formen, zieht darin Pfeile, dreht Elemente und fügt ihre Beziehungen zu einer Struktur zusammen. Was ihm mit Worten erklärt wird, versteht dieser Typ als sichtbare Struktur.
Die Denkwerkzeuge dieses Typs sind Diagramme und innere Bilder. Auch bei einem neuen Problem breitet er zunächst eine Art Karte im Kopf aus; dann dreht, vergrößert oder ordnet er die relevanten Teile neu, bis sich eine Antwort zeigt. Noch bevor er denkt: „Ich zeichne ein Bild“, ist das Bild bereits in Bewegung. Deshalb fällt es ihm schwer, die Zwischenschritte bis zum Ergebnis in Worte zu fassen.
Die Kehrseite zeigt sich bei dieser Übersetzung. Im Kopf ist alles räumlich sichtbar, doch beim Übertragen in Worte geht Information verloren. Es entsteht der Zustand „Ich verstehe es, kann es aber nicht erklären“, und in Diskussionen setzen sich Menschen, die schneller formulieren, mitunter durch. „Als Bild wäre es klar, mündlich kommt es nicht an“ ist ein typischer Frust dieses Typs. Die Mühe beim Erklären kann sogar Zweifel daran wecken, ob das eigene Verständnis wirklich fundiert ist.
Hilfreich ist, mit dem Bild zu beginnen und die Worte später anzufügen. Wer eine Erklärung erst sprachlich aufbaut und danach eine Darstellung erstellt, verliert Struktur. Beginnt er dagegen mit einer Skizze und ergänzt anschließend Beschriftungen, lässt sich die innere Ordnung bewahren und weitergeben. Als Bild bleibt die Genauigkeit seines Verständnisses erhalten.
Stärken
Auch aus bruchstückhaften Informationen können Sie räumlich erfassen, was den Kern bildet, wo ein Engpass liegt und wie die einzelnen Elemente miteinander verbunden sind.
Sie können Gegenstände drehen, Anordnungen verändern und Zustandsübergänge gedanklich durchspielen. So sehen Sie schon vor der Umsetzung, was voraussichtlich geschehen wird.
Unausgesprochene Regeln und strukturelle Verzerrungen, auf die noch niemand hingewiesen hat, können Sie beinahe wie mit den Augen wahrnehmen.
Schwächen
Von dem, was Sie im Kopf in hoher Auflösung sehen, gehen beim Übertragen in Worte viele Informationen verloren.
In Diskussionen hält die Übersetzung Ihres inneren Bildes nicht immer mit dem Sprachtempo anderer mit. So können Sie ins Hintertreffen geraten, obwohl Sie die Sache sicher verstanden haben.
Weil Sie durch das Bewegen innerer Bilder zu einem Schluss gelangen, wirkt der Weg von außen leicht sprunghaft oder bloß intuitiv.
