In einer festen Reihenfolge lesen
Ein WAIS-Bericht kann viele Informationen enthalten: Gesamt-IQ, Indexwerte, Untertests, Prozentränge, Konfidenzintervalle, Beobachtungen, Interpretation und Empfehlungen. Alles gleichzeitig zu lesen macht das Ergebnis oft weniger brauchbar.
Eine einfache Reihenfolge ist:
- mit dem Gesamt-IQ als globalem Einstieg beginnen;
- danach Indexwerte und Unterschiede zwischen Bereichen ansehen;
- Untertests nutzen, um auffällige Unterschiede zu erklären;
- das Profil in konkrete Situationen übersetzen.
Das Ziel ist nicht, einen Score direkt in ein Urteil über die Person umzuwandeln. Das Ziel ist zu verstehen, unter welchen Bedingungen Denken, Lernen, Behalten, Verarbeiten oder Erklären leichter oder schwerer wird.
Gesamt-IQ ist der Anfang, nicht die ganze Schlussfolgerung
Der Gesamt-IQ fasst mehrere Leistungen in einer Zahl zusammen. Das ist nützlich, um ein globales Niveau zu sehen. Es kann aber Unterschiede innerhalb des Profils verdecken.
Zwei Personen mit ähnlichem Gesamt-IQ können sehr verschiedene Profile haben. Eine Person kann stark im Sprachverständnis sein und bei Verarbeitungsgeschwindigkeit deutlich mehr Belastung erleben. Eine andere Person kann gleichmäßiger abschneiden, aber weniger ausgeprägte Spitzen zeigen.
Der Gesamt-IQ ist deshalb keine vollständige Zusammenfassung des kognitiven Profils.Indexunterschiede machen das Profil sichtbar
Die Indexwerte zeigen mehr über die Zusammensetzung des Ergebnisses. In der deutschen WAIS-IV-Berichtssprache geht es unter anderem um Sprachverständnis, Wahrnehmungsgebundenes Logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Ein deutlicher Unterschied zwischen Indexwerten kann praktisch wichtig sein. Beispiele sind:
- starkes Sprachverständnis, aber niedrigere Verarbeitungsgeschwindigkeit;
- gutes Denken, aber mehr Belastung beim Arbeitsgedächtnis;
- visuelle Untertests, deren Ergebnisse auseinandergehen, weil Schlussfolgern und räumliche Verarbeitung verschieden belastet sind;
- Tempo, das niedriger liegt als Verständnis oder Einsicht.
Diese Unterschiede sind keine Diagnose. Sie sind Hinweise auf Bedingungen, unter denen Leistung stabiler oder belasteter wird.
Die Indexwerte sind genauer beschrieben bei WAIS-Indexwerte verstehen.
Untertests und Kontext verhindern zu schnelle Schlüsse
Untertests können helfen zu sehen, ob ein Indexunterschied breit ist oder durch eine bestimmte Aufgabenart entsteht. Auch Beobachtungen während der Durchführung sind relevant: Müdigkeit, Anspannung, Tempo, Strategie, Sprachkomfort und Aufmerksamkeit können das Bild färben.
Deshalb sollte das Ergebnis zusammen gelesen werden mit:
| Information | Funktion |
|---|---|
| Fragestellung | Warum wurde die Testung durchgeführt |
| Testversion | Welche Normen und Indexstruktur wurden verwendet |
| Untertests | Wo liegen konkrete Unterschiede |
| Beobachtungen | Wie verlief die Durchführung |
| Rückmeldung | Was bedeutet das für die ursprüngliche Frage |
Ein WAIS-Ergebnis wird erst brauchbar, wenn Scores in Bedingungen übersetzt werden, nicht wenn sie nur als Rangordnung gelesen werden.
Ergebnis in konkrete Bedingungen übersetzen
Wenn Sie zuerst lernen möchten, wie kognitive Profile funktionieren, können Sie bei kognitives Profil lesen weitergehen.
Für eine erste nichtformale Selbsteinordnung kann BrainTypeIQ Gesamt-IQ und kognitives Profil online sichtbar machen. Das ersetzt keine WAIS-IV und keinen professionellen Bericht.