Was für ein Testteil ist das?
In diesem Testteil wird Papier ein- bis dreimal gefaltet und gelocht. Danach muss die Anordnung der Löcher im entfalteten Zustand erschlossen werden.
Die Faltungen können vertikal, horizontal oder diagonal sein. Auch die Form der Löcher kann variieren, etwa rund oder dreieckig. Je mehr Faltungen vorkommen, desto komplexer wird die endgültige Lochanordnung.
Die Abfolge aus Falten, Lochen und Entfalten muss Schritt für Schritt im Kopf verfolgt werden. Es geht nicht darum, tatsächlich Papier zu falten, sondern vorherzusagen, wie das Papier nach dem Entfalten aussieht.
Was wird gemessen?
Dieser Testteil misst in BrainTypeIQ einen Teil von Gv (visuell-räumliche Verarbeitung).
Innerhalb von Gv geht es besonders um Visualisierung: die Fähigkeit, mental zu simulieren, wie ein komplexes Muster nach mehreren Umwandlungsschritten aussieht.
- Papierfalten verfolgt die Abfolge Falten → Loch → Entfalten.
- Der andere Gv-Testteil Zusammensetz-Puzzles betrachtet die Beziehung zwischen Teilen und Ganzem, also Zerlegen und Zusammensetzen.
Häufig wird dies mit mentaler Rotation verwechselt, also dem Drehen von Formen im Kopf. Papierfalten ist aber keine einfache Drehung. Es misst die Fähigkeit, Veränderungen durch Falten und Entfalten im Kopf zu bearbeiten.
Papierfalten ist kein WAIS-Untertest, wurde aber als Aufgabenformat für räumliche Visualisierung in Forschung verwendet. In BrainTypeIQ werden die Faltungen am Bildschirm dargestellt.
Mehr zu Gv insgesamt: Visuell-räumliche Verarbeitung (Gv)
Wenn der Score eher hoch ausfällt
Ein höherer Score in Papierfalten bedeutet, dass es leichter fällt, die Veränderung der Anordnung vom Falten bis zum Entfalten zu verfolgen. Auch wenn mehr Umwandlungsschritte vorkommen, lässt sich der Zwischenzustand eher halten und zum nächsten Schritt weiterführen.
Diese Fähigkeit hängt mit Situationen zusammen, in denen Formen oder Anordnungen im Kopf bearbeitet werden. Dazu gehört, beim Blick auf ein Ganzes die Position von Teilen mitzudenken, aus einem Netz eine Form vorzustellen oder Veränderungen in Plänen und Strukturen zu verfolgen.
Wenn der Score eher niedrig ausfällt
Ein niedrigerer Score in Papierfalten sagt nicht allein etwas über die gesamte visuell-räumliche Verarbeitung aus. Mehrere Faktoren können zusammenkommen.
- Hohe Belastung durch den Ablauf der Faltung - Die Veränderung vom Falten bis zum Entfalten muss gehalten werden.
- Hohe Belastung durch mehrere Faltungen - Bei zwei oder drei Faltungen müssen Zwischenzustände länger gehalten werden.
- Hohe Belastung durch Vorhersage der Endanordnung - Der Zustand nach dem Lochen und Entfalten muss mental bearbeitet werden.
Papierfalten macht Gv gut sichtbar, steht aber nicht für die gesamte visuell-räumliche Verarbeitung. Die Beziehung zwischen Teilen und Ganzem zeigt sich eher in Zusammensetz-Puzzles. Regeln in Figuren zu finden zeigt sich auch in Matrizen-Schlussfolgern.
Mit BrainTypeIQ kann man in einem Online-IQ-Test mit 9 Testteilen einschließlich Papierfalten den Gesamt-IQ und das kognitive Profil der 5 Bereiche sehen. Ein einzelner Testteil reicht nicht aus; mehrere Testteile zusammen machen die Bedeutung des Ergebnisses leichter lesbar.
Wie man das Profil liest: Das BrainTypeIQ-Profil lesen