BrainTypeIQ
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Wissensbereich·2025-10-10 / Aktualisiert: 2026-05-05

9 Testteile und 5 kognitive Bereiche

BrainTypeIQ misst 5 Bereiche (Gc, Gf, Gv, Gwm, Gs) mit 9 Testteilen. Pro Bereich werden möglichst zwei Aufgabenformen genutzt, damit das Ergebnis nicht zu stark von einer einzelnen Aufgabenart abhängt.

5 Bereiche mit 9 Testteilen messen

BrainTypeIQ misst 5 Bereiche der CHC-Theorie (Gc, Gf, Gv, Gwm, Gs) mit 9 Testteilen.

BereichTestteileWas betrachtet wird
Gc (kristallisierte Intelligenz)Wortschatz (Antonyme) / verbale AnalogienTiefe von Wortbedeutungen / Beziehungsschlussfolgern mit Sprache
Gf (fluides Schlussfolgern)Matrizen-Schlussfolgern / WaagenlogikRegeln in Formmustern / logisches und quantitatives Schlussfolgern
Gv (visuell-räumliche Verarbeitung)Papierfalten / Zusammensetz-Puzzlesräumliche Umwandlung beim Falten und Entfalten / visuelle Integration von Teilen und Ganzem
Gwm (Arbeitsgedächtnis)Kopfrechnen und Merken / Rückwärts merkengleichzeitiges Rechnen und Halten / visuelle Informationen in umgekehrter Reihenfolge bearbeiten
Gs (Verarbeitungsgeschwindigkeit)SymbolsucheGeschwindigkeit und Genauigkeit beim visuellen Abgleich
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Warum gibt es meist zwei Testteile pro Bereich? Ein einzelner Testteil kann zu stark von der Passung zur konkreten Aufgabenform abhängen. Wenn man Gf nur über Matrizen-Schlussfolgern betrachtet, sieht man induktive Mustererkennung gut, aber bedingungsgebundenes Herleiten weniger deutlich. Verschiedene Zugänge zum gleichen Bereich machen das Ergebnis leichter lesbar.

Warum diese Testteile zu den Bereichen passen

Gc: Wortschatz (Antonyme) / verbale Analogien

Es geht um "kennen" und "nutzen".
  • Wortschatz (Antonyme) - betrachtet, wie genau Wortbedeutungen unterschieden werden. Wortschatzaufgaben können Synonyme, Antonyme oder Definitionen nutzen; gemeinsam ist, dass sie sprachliches Wissen relativ stabil erfassen.
  • Verbale Analogien - betrachtet, ob eine Beziehung zwischen Wörtern erkannt und auf ein anderes Wortpaar übertragen werden kann. Neben Gc ist hier auch eine Gf-nahe Schlussfolgerung beteiligt.

Gf: Matrizen-Schlussfolgern / Waagenlogik

"Erkennen" und "Herleiten" sind verschiedene Verarbeitungsschritte.

Matrizen-Schlussfolgern ist eine klassische Form induktiven Schlussfolgerns, bekannt aus Aufgaben wie progressiven Matrizen. Man erkennt Muster in mehreren Richtungen und führt sie zusammen. Waagenlogik ist stärker bedingungsgebunden: Man hält Relationen und leitet daraus eine Antwort ab.

Beides gehört zu fluidem Schlussfolgern. Die Belastung ist aber nicht identisch: in der Aufgabe Regeln zu erkennen ist etwas anderes, als gegebene Bedingungen zu halten und daraus eine Antwort abzuleiten.

Gv: Papierfalten / Zusammensetz-Puzzles

Eine Umwandlung verfolgen und ein Ganzes zusammensetzen belasten unterschiedlich.

Papierfalten verfolgt räumliche Umwandlungen: falten, verändern, wieder entfalten. Zusammensetz-Puzzles betrachten, wie aus Teilen eine Gesamtform entsteht.

Beide hängen mit visuell-räumlicher Verarbeitung zusammen. Papierfalten belastet stärker das Halten einer Umwandlungsfolge, Zusammensetz-Puzzles stärker die Zuordnung von Teil und Ganzem.

Gwm: Kopfrechnen und Merken / Rückwärts merken

BrainTypeIQ nutzt sowohl rechnerisches Halten als auch visuelles Halten.

Kopfrechnen und Merken ist eine doppelte Aufgabe aus Verarbeitung und Halten. Solche komplexen Spannenaufgaben werden in der Arbeitsgedächtnisforschung genutzt, um Kapazität beim gleichzeitigen Bearbeiten und Behalten zu erfassen.

Rückwärts merken ist eine visuelle Rückwärtsaufgabe. Sie nutzt einen anderen Zugang als ein rein sprachlich-auditiver Digit Span: Gesehene Positionen und Reihenfolgen müssen gehalten und umgekehrt ausgegeben werden.

Gs: Symbolsuche

Verarbeitungsgeschwindigkeit wird bewusst über einen Kern-Testteil gelesen.

Symbolsuche wiederholt einen visuellen Abgleich ohne Bedeutungsinhalt. Sie ist eine typische Aufgabenform für Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Gs hat in BrainTypeIQ nur einen Testteil, weil Verarbeitungsgeschwindigkeit besonders stark von Zeitbegrenzung und Durchführung abhängt. Gerät, Bildschirmgröße, Eingabeform, Netzwerk und Umgebung können das Ergebnis beeinflussen. BrainTypeIQ priorisiert deshalb zunächst eine eng gefasste, möglichst stabile Kernform.

Warum es nicht dieselben Aufgaben wie in WAIS sind

Eine Präsenzbatterie braucht nicht nur theoretisch passende Aufgaben, sondern Aufgaben, die unter standardisierten Bedingungen stabil durchführbar sind. Dazu gehören Zeit, Testleiterverfahren, Material, Ermüdung und einheitliche Standardisierung.

Online treten andere Einschränkungen stärker hervor: Geräteunterschiede, Antwortumgebung, Identitätsprüfung und Unterbrechungen. Ein Blockdesign mit physischen Würfeln lässt sich zum Beispiel nicht direkt online übernehmen. Freie Wortschatzantworten sind online ebenfalls schwerer einheitlich zu bewerten als Auswahlformate.

Auch wenn derselbe Fähigkeitsbereich betrachtet wird, kann die passende Aufgabenform online anders aussehen als in einer Präsenzdiagnostik. Entscheidend ist nicht, ob die Aufgabe gleich aussieht, sondern ob der Zielbereich in dieser Umgebung stabil erfasst wird.

  • Wie Scores berechnet werden: Wie Scores berechnet werden
  • Gesamtstruktur von BrainTypeIQ: BrainTypeIQ im Überblick

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