Ein schwächeres Arbeitsgedächtnis bedeutet höhere Belastung beim Halten und Verarbeiten
Ein schwächeres Arbeitsgedächtnis bedeutet, dass Situationen belastender werden, in denen Informationen kurz gehalten und gleichzeitig verarbeitet werden müssen. Es ist nicht einfach ein Problem des Gedächtnisses.
Zum Beispiel hört man drei Anweisungen, beginnt mit der ersten und verliert dabei die restlichen aus dem Blick. Oder man baut in einer Besprechung einen eigenen Beitrag auf und verliert währenddessen den Verlauf. Solche Situationen entstehen nicht nur beim Speichern von Information, sondern im Schritt des Haltens während einer laufenden Verarbeitung.
Das Arbeitsgedächtnis als Fähigkeit wird in Arbeitsgedächtnis (Gwm) beschrieben. Der Unterschied zum Kurzzeitgedächtnis steht in Kurzzeitgedächtnis und Arbeitsgedächtnis.
Situationen, in denen es deutlicher sichtbar wird
Belastung im Arbeitsgedächtnis zeigt sich besonders dann, wenn Informationen kurz gehalten werden und direkt der nächste Verarbeitungsschritt folgt.
| Situation | Was eher passiert |
|---|---|
| mündliche Anweisungen | am Anfang wird zugehört, während der Arbeit geht aber ein Teil verloren |
| Besprechung oder Gespräch | während man einen Beitrag formuliert, wird der vorherige Kontext schwerer zu verfolgen |
| Lesen und Material prüfen | es wird schwieriger, eine frühere Bedingung zu halten und den nächsten Satz zu lesen |
| Kopfrechnen oder Arbeitsschritte | Zwischenergebnisse oder Bedingungen gehen während der Verarbeitung leichter verloren |
| mehrere Aufgaben | nach einer Unterbrechung fällt es schwerer, wiederzufinden, wo man war |
Von außen sieht es manchmal aus wie: Man hat es gehört und trotzdem vergessen. Innen laufen jedoch Eingabe, Halten, Umformen und Ausführen gleichzeitig ab.
Vergesslichkeit allein erklärt es nicht
Ein schwächeres Arbeitsgedächtnis ist etwas anderes als die Schwierigkeit, Inhalte aus dem Langzeitgedächtnis abzurufen. Häufiger problematisch ist die kurze Zeit, bevor Information überhaupt stabil im Langzeitgedächtnis angekommen ist.
Das Erleben ist deshalb oft weniger: Ich hatte es gespeichert und dann vergessen. Es fühlt sich eher an wie: Während ich arbeite, geht die Information verloren. Hören, verstehen, merken, ausführen und prüfen werden gleichzeitig verlangt. Je mehr davon zugleich geschieht, desto größer wird die Belastung.
Auch Aufmerksamkeitsunterbrechungen oder Verarbeitungsgeschwindigkeit können hinzukommen. Wenn etwas in kurzer Zeit verarbeitet werden muss, steigt die Menge an Information, die gehalten werden muss. Dann werden Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit gleichzeitig belastet.
Der Umgang beginnt damit, weniger im Kopf halten zu müssen
Statt die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses selbst stark vergrößern zu wollen, ist es realistischer, die Menge an Information im Kopf zu verringern. Ziel ist nicht, alles weiter im Kopf zu behalten, sondern Bedingungen zu schaffen, in denen man auch ohne dauerhaftes Merken weiterkommt.
- Nicht nur mündlich aufnehmen: Anweisungen, Bedingungen und Fristen schriftlich festzuhalten verringert die Belastung durch Halten.
- Vor dem Verarbeiten auslagern: Gehörtes nicht sofort beurteilen, sondern zuerst sichtbar machen, damit es weniger leicht verloren geht.
- Schritte kurz halten: Je mehr Bedingungen gleichzeitig gehalten werden, desto leichter bricht die Verarbeitung. Kürzere Einheiten verringern die gehaltene Menge.
- Prüfstrukturen festlegen: Wenn die Verwaltung jedes Mal anders läuft, wird die Verwaltung selbst zur Belastung. Feste Orte und Prüfzeitpunkte erleichtern das Zurückfinden.
Notizen können helfen, aber auch das Mitschreiben selbst kostet Arbeitsgedächtnis. Man muss zuhören, zusammenfassen, in Worte übersetzen und festhalten. Deshalb können Aufzeichnung, Chat, Vorlagen und Checklisten wichtig sein, wenn sie den Schritt des Dokumentierens leichter machen.
Der Umgang mit Arbeitsgedächtnisbelastung besteht nicht darin, sich mit Willenskraft mehr zu merken, sondern gehaltene Information auszulagern und Verarbeitungseinheiten kleiner zu machen.
Als kognitives Profil betrachten
Wenn das Arbeitsgedächtnis schwächer ausgeprägt ist, ist es praktischer, nicht nur eine einzelne Zahl zu betrachten, sondern die Kombination mit anderen Bereichen.
- Sind Sprachverständnis oder Schlussfolgern hoch?
- Gibt es auch Belastung in der Verarbeitungsgeschwindigkeit?
- Bricht es eher bei mündlichen Anweisungen, Lesen, Kopfrechnen oder mehreren Aufgaben?
- Wird es stabiler, wenn Informationen visuell stehen bleiben?
Mit dieser Trennung wird aus dem allgemeinen Eindruck der Vergesslichkeit eine genauere Frage: Unter welchen Bedingungen entsteht Belastung?
Mit BrainTypeIQ kann man in einem Online-IQ-Test mit 9 Testteilen den Gesamt-IQ und Unterschiede im kognitiven Profil sehen. Das ersetzt keine Diagnose. Es kann aber ein Einstieg sein, um nicht nur Arbeitsgedächtnis, sondern auch die Balance mit Sprachverständnis, Schlussfolgern und Verarbeitungsgeschwindigkeit zu betrachten.