Eine Einordnung, um Scores leichter zu lesen
Der Gehirntyp ist eine Lesart, die Ergebnisse aus den 5 kognitiven Bereichen und aus GAI/CPI in alltagsnähere Begriffe dafür übersetzt, wann Denken und Handeln leichter fällt und wann Belastung entsteht. Er ist keine Persönlichkeitstypologie und keine Diagnose.
Wenn GAI hoch und CPI niedriger ist, wird das im Gehirntyp als Reflexions-Seite gelesen. Die Stärke zeigt sich eher im vertieften Denken, während Situationen mit Verarbeitungsgeschwindigkeit oder Arbeitsgedächtnis stärker belasten können.
Wenn Gc hoch ist und Gf oder Gv relativ niedriger ausfallen, kann das als Wort-nahes Profil gelesen werden. Sprache, Bedeutung und Erklärung sind leichter zugänglich; Formen, räumliche Anordnung oder bildhafte Struktur können mehr Belastung erzeugen. Der Gehirntyp übersetzt also technische Score-Muster in alltagstauglichere Begriffe.
Zwei Achsen ergeben 9 Typen
Die Gehirntyp-Klassifikation nutzt zwei Achsen.
Achse 1: GAI/CPI - Reflexion, Balance oder Tempo
- GAI-Seite (Gc, Gf, Gv) - denken, erkennen, strukturieren
- CPI-Seite (Gwm, Gs) - Informationen halten, umsetzen, schnell verarbeiten
- Gelesen wird, ob eine Seite stärker ist oder ob Balance besteht
Mehr zu dieser Achse steht in GAI und CPI.
Achse 2: Wort/Bild - sprachlich oder bildlich geordnet
- Wort-Seite - vor allem Gc. Definitionen, Erklärungen und Bedeutungsbeziehungen sind leichter zugänglich.
- Bild-Seite - vor allem Gf und Gv. Muster, Struktur und Raum lassen sich leichter erfassen.
- Auch hier wird gelesen, ob eine Seite stärker ist oder ob Balance besteht.
Mehr zu dieser Achse steht in Sprachlich stärker und nichtsprachlich stärker.
Diese zwei Achsen werden in drei Stufen kombiniert. Daraus entstehen 9 Typen.
| Reflexion | Balance | Tempo | |
|---|---|---|---|
| Wort | Stiller Philosoph | Kluger Stratege | Wort-Influencer |
| Balance | Wahrheitsdetektiv | Dirigent der Harmonie | Essenz-Minimalist |
| Bild | Illusionsarchitekt | Gewitzter Tüftler | Intuitiver Scout |
Zum Beispiel steht "Stiller Philosoph" für Reflexion x Wort. Die Stärke liegt eher im gründlichen Denken und sprachlichen Erfassen von Bedeutung; Sofortantworten und kurze Verarbeitung können stärker belasten.
Die Typenübersicht steht unter 9 Typen ansehen.
Die Nebenachse macht daraus 27 Profile
Innerhalb desselben Typs bewegen sich nicht alle Menschen gleich. Auch bei "Stiller Philosoph" kann eine Person komplexe Informationen stabil im Kopf halten, während eine andere Person besser ist, wenn sie schneller entscheidet und fortschreitet. Diese Unterschiede werden über eine Nebenachse sichtbar.
Nebenachse: Gwm/Gs - halten und bearbeiten oder schnell weitergehen
- Gwm-nah - Arbeitsgedächtnis (Gwm) fällt höher aus als Verarbeitungsgeschwindigkeit (Gs). Komplexe Situationen lassen sich eher im Kopf halten und mit mehreren Elementen zugleich bearbeiten.
- Balance - Gwm und Gs liegen nahe beieinander. Je nach Situation kann leichter zwischen Halten und Tempo gewechselt werden.
- Gs-nah - Verarbeitungsgeschwindigkeit (Gs) fällt höher aus als Arbeitsgedächtnis (Gwm). Kurze Entscheidungen und mehrere Verarbeitungsschritte können leichter vorangehen.
9 Typen mit jeweils 3 Nebenachsenstufen ergeben 27 Profile. Auch innerhalb desselben Typs kann sich dadurch ändern, wie Stärke sichtbar wird und wo Belastung entsteht.
Alphabetische Kurzform wie GV-W
Im Ergebnisbericht steht neben dem Typnamen eine dreistellige Kurzform wie GV-W. Sie fasst das 27er-Profil zusammen.
- 1. Zeichen (Hauptachse: Reflexion/Balance/Tempo) - G (GAI=Reflexion) / B (Balance) / C (CPI=Tempo)
- 2. Zeichen (Wort/Balance/Bild) - V (Verbal=Wort) / H (Hybrid=Balance) / I (Image=Bild)
- 3. Zeichen (Nebenachse: Gwm/Balance/Gs) - W (Gwm-nah) / E (Even=Balance) / S (Gs-nah)
GV-W bedeutet also Reflexion x Wort x Gwm-nah. Es beschreibt den Stillen Philosophen mit einer Tendenz, komplexe Informationen im Kopf zu halten und von dort aus zu denken. CI-S bedeutet Tempo x Bild x Gs-nah, also den Intuitiven Scout mit leichterem Zugang zu schneller visueller Verarbeitung.
Hauptachse 3 x Wort/Bild 3 x Nebenachse 3 ergibt 27 Kombinationen. Jede Kombination beschreibt eine etwas andere Art, kognitive Ressourcen zu nutzen.
Warum diese Einteilung hilfreich ist
Scores in 5 Bereichen sind nützlich. Am Ende will man aber verstehen, in welchen Situationen Stärke leichter sichtbar wird und unter welchen Bedingungen Belastung steigt. GAI/CPI und Wort/Bild verbinden die Zahlen mit solchen Bedingungen.
Stärke und Belastung lassen sich über dieselbe Achse beschreiben. Genau darin liegt der Nutzen dieser Klassifikation.
- Reflexion - Stärke in vertieftem Denken, aber mehr Zeit bis zum ersten Schritt
- Tempo - leichteres Vorangehen in kurzer Zeit, aber Belastung bei späterer Prüfung möglich
- Wort - leichteres Erklären, aber Umwege bei Diagrammen oder Anordnung möglich
- Bild - leichteres Erfassen von Struktur, aber mehr Belastung beim Versprachlichen möglich
Bei gleichem Gesamt-IQ können sich die kognitiven Modi deutlich unterscheiden. Der Gehirntyp macht diesen Unterschied sprachlich greifbarer.
Grenzen des Gehirntyps
Der Gehirntyp ersetzt keine Entwicklungsdiagnose und keine medizinische Diagnose. Er legt auch Persönlichkeit oder Wert einer Person nicht fest.
Wer nahe an einer Typgrenze liegt, könnte je nach kleiner Score-Differenz auch dem Nachbartyp zugeordnet werden. Müdigkeit, Konzentration und Testumgebung können Ergebnisse ebenfalls verändern. Deshalb sollte der Typname nicht zu eng gelesen werden. Er ist ein Hilfsmittel, um Ergebnisse verständlicher zu machen.
Der Gehirntyp sagt nicht: "So sind Sie." Er ist ein Rahmen, um Testergebnisse zu lesen und praktisch einzuordnen. Auch innerhalb desselben Typs gibt es Unterschiede, und kleine Score-Differenzen reichen nicht für feste Aussagen über eine Person.